· 

Bindestrich, Trennstrich, Gedankenstrich und Bis-Strich: Was ist eigentlich was?

Verbinden, trennen, eine Denkpause einschieben, einen zeitlichen oder räumlichen Abstand ausdrücken – die Querstriche in unserer Schriftsprache können eine ganze Menge! Aber welcher ist nun welcher? Was unterscheidet einen Bindestrich von einem Gedankenstrich, und was macht einen Bis-Strich aus?  Da kann man schon mal durcheinander kommen! Im Zusammenhang mit Leerschritten habe ich sie teils schon erwähnt, aber ich fasse das hier nochmal zusammen.

So kompliziert ist es gar nicht, und ein paar ziemlich hilfreiche Eselsbrücken gibt es auch. Wir sehen uns die verschiedenen Querstriche mal an. In den Bildergalerien finden Sie das Ganze jeweils kurz und prägnant zusammengefasst – inklusive Eselsbrücken!

Update: Überarbeitet und angepasst im Dezember 2025.

Die Bilder in den Slidern zu diesem Artikel stammen aus meiner Social-Media-Reihe „SatzZeichenSetzung". Ich bemühe mich, immer Alt-Texte bzw. Bildbeschreibungen zu verwenden. Leider bietet meine Website diese Möglichkeit für Slider nicht. Eine zusammenfassende Beschreibung habe ich daher unten an das Ende des Artikels angehängt.

Der Bindestrich: ein Strich, sie zu binden ...

Wir fangen klein an: mit dem kurzen Bindestrich. Er verbindet Wörter und unterteilt sie. So sind zusammengesetzte Begriffe deutlich übersichtlicher, als wenn man sie einfach hintereinander weg schreiben würde. Stellen Sie sich nur mal vor, das Wort Hals-Nasen-Ohren-Arzt hätte keine Bindestriche! Und da der Bindestrich die einzelnen Bestandteile verbindet, kann man sich gut merken, dass er direkt ohne Leerzeichen zwischen ihnen steht.

… oder zu trennen!

Der Trennstrich sieht eigentlich genauso aus wie ein Bindestrich: ein kurzer Querstrich. Er signalisiert, dass ein Wort in der nächsten Zeile noch weitergeht. Und da es nicht endet, schließt auch der Trennstrich direkt ohne Leerzeichen daran an. Danach folgt ja sowieso der Zeilenumbruch – da brauchen Sie sich über einen Leerschritt also gar keine Gedanken zu machen.

Vom typografischen Standpunkt setzt man sowohl den Bindestrich als auch den Trennstrich als sogenannte Viertelgeviertstriche, als Divis oder als Bindestrichminus (auch ein tolles Wort, oder?).

Kleine Denkpause mit dem Gedankenstrich

Ein Gedankenstrich ist deutlich länger als die beiden Kurzstriche, die wir eben besprochen haben. Er kennzeichnet Einschübe oder (oft überraschende) Nachträge, und er kann in vielen Fällen durch Kommas oder Klammern ersetzt werden. Aber ich persönlich benutze gerne Gedankenstriche, um einen Einschub zu markieren!

Was ihn noch vom Bindestrich unterscheidet: Vor und nach dem Gedankenstrich tippt man jeweils einen Leerschritt. Das passt doch gut – schließlich gönnt er uns, um den eingeschobenen Gedanken zu verarbeiten, eine kleine Denkpause.

Typografisch heißt er übrigens Halbgeviertstrich. Sie tippen ihn ganz einfach, indem Sie zwei Bindestriche nacheinander tippen, natürlich mit den eben erwähnten Leerschritten. Dann wandelt Word sie in einen langen Gedankenstrich um. Oder Sie tippen einen Bindestrich mit Leerschritt davor und danach. Wenn Sie weiterschreiben, verwandelt er sich nach dem nächsten Leerschritt, den Sie machen, automatisch in einen Gedankenstrich.

Mit dem Aufkommen der generativen KI ist der Gedankenstrich leider ein bisschen in Verruf gekommen. Denn es wird immer mal wieder gesagt, er sei ein Merkmal für KI-generierten Text. Es mag stimmen, dass genKI Gedankenstriche im Überfluss verwendet. Aber wir sollten uns dadurch nicht davon abbringen lassen, ihn weiter zu verwenden, wenn er in den Satz und zum Stil des Textes passt. Ich habe jedenfalls schon vor KI gern Gedankenstriche verwendet und werde das auch weiterhin tun. Für mich macht es einen Unterschied, ob ich zum Beispiel eine Pause in einem Satz durch die drei Auslassungspunkte oder durch einen Gedankenstrich deutlich mache.

Überbrückt Raum und Zeit: der Bis-Strich

Der dritte im Bunde ist der Bis-Strich. Genau wie der Gedankenstrich ist er lang, also ein Halbgeviertstrich. Das können Sie sich ganz einfach merken, wenn Sie daran denken, dass er einen räumlichen Abstand oder einen Zeitraum ausdrückt. 

Der Duden empfiehlt, vor und nach dem Bis-Strich keine Leerzeichen zu setzen. Auch dafür gibt es eine praktische Eselsbrücke: Der Bis-Strich ist ja praktisch eine Brücke zwischen einem Startpunkt und einem Endpunkt!

Wenn der jeweilige Ausdruck mit „von“ beginnt, sollten Sie übrigens keinen Bis-Strich verwenden, sondern das Wort „bis“ ausschreiben. Es heißt also entweder „von 13 bis 15 Uhr“ oder „13–15 Uhr“. Das ist konsequent!


Zusammenfassende Bildbeschreibung:

Alle Slider bestehen aus mehreren quadratischen Bildtafeln mit demselben Grundlayout. Auf einem cremeweißen Untergrund liegen in der unteren rechten Ecke einige Puzzleteile durcheinander und übereinander. Auf der restlichen Fläche befinden sich die Texte.

 

Jeweils das erste Bild jeder Sequenz ist farbig, die folgenden haben stark reduzierte Farbwerte. Die Puzzleteile haben auf dem jeweils ersten Bild verschiedene Blautöne, Orange, Gelb und Grün. Auf den jeweils folgenden Bildern sind sie noch nicht ganz schwarzweiß, aber die Farben sind blasser und gedämpfter, damit man sich auf den Text konzentriert. Nur die Schriftfarbe ist davon nicht betroffen.

 

Auf jedem Titelbild steht groß in Petrol „SatzZeichenSetzung" und die Überschrift, die sich auch über dem betreffenden Abschnitt des Artikels findet. Außerdem sieht man das betreffende Satzzeichen groß in der Mitte. Die Texte jeder Slider-Sequenz fassen die Fakten zum betreffenden Satzzeichen kurz und kompakt zusammen. Die Schriftfarbe ist auch hier petrol. Die Informationen finden sich also ebenso, etwas ausführlicher formuliert, in den Fließtextabschnitten dieses Artikels. 


Mehr über Satzzeichen finden Sie hier:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0