Harz A: Achtermann, Aussicht, Alt-Schulenberg

Beyond Brocken - Mein Harz von A bis Z

Der Buchstabe A steht für meinen Lieblingsberg im Harz, den Achtermann. Außerdem für die vielen wunderbaren Aussichten, die sich Ihnen im Harz bieten - eine schöner als die andere. Und für Alt-Schulenberg, den versunkenen Ort im Okerstausee.

Der Achtermann: Im Schatten von Brocken und Wurmberg

Auf dem letzten Stück des Anstiegs betrete ich eine andere Welt: Der Wald endet, die Kuppe ist kahl und felsig. Ein hölzernes Geländer sichert das Gelände. Die Felsen laden dazu ein, sich zu setzen und den Ausblick zu genießen: Gleich gegenüber ist der Brocken zu sehen, ein Stück weiter der Wurmberg. Hier über den Wipfeln der Fichten blicke ich weit über die Harzlandschaft. Der Achtermann – auch Achtermannshöhe genannt – steht ein wenig im Schatten seiner „großen Brüder“ Brocken und Wurmberg. Zu Unrecht, denn er hat einen ganz eigenen Charakter und ist einer meiner Lieblingsberge im Harz! Mit 925 m ist er übrigens der dritthöchste Berg Niedersachsens.

Bei unserer "Erstbesteigung" haben wir in Königskrug geparkt und sind ein Stück dem Milliardenweg gefolgt, der den Berg umrundet. An einer Gabelung haben wir uns für den steileren Weg entschieden. Kurz vor dem letzten Anstieg zum Gipfel gibt es eine Picknickhütte für eine kleine Verschnaufpause und eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel. An einer Blockhalde – einer natürlichen Felshalde, die einen sehr speziellen Lebensraum darstellt und deren Anblick von den unzähligen Felsbrocken und auf ihnen wachsenden Flechten geprägt ist – entlang geht es wie auf einer natürlichen Treppe auf den Gipfel.

Wenn Sie vom Achtermann zum Brocken blicken, entdecken Sie an dessen Flanke ab und zu eine dünne Rauchfahne – den Rauch der Brockenbahn! An der dem Achtermann zugewandten Seite des Brockens gibt es eine Ausweichstelle, an der sich die bergauf und bergab fahrenden Züge begegnen. Mit dem Fernglas lohnt es sich, danach Ausschau zu halten.

Wenn Sie einmal oben waren, von Königskrug oder Oderbrück aus, werden Sie den charakteristischen, felsig über die bewaldeten Flanken herausragenden Gipfel immer wieder im Harzpanorama entdecken.

Aussicht: Die Qual der Wahl

Schöne Aussicht gibt es im Harz jede Menge – ein Blick schöner als der andere! Von vielen Orten aus sieht man natürlich den Brocken, aber eine Menge anderer Panoramen sind ebenso beeindruckend. Im vergangenen Jahr habe ich eins meiner persönlichen Highlights entdeckt: Vom Kapitelberg bei Tanne aus hat man einen traumhaften Blick auf Brocken, Wurmberg und Achtermann – und vielleicht auch auf eine Herde glücklicher Kühe! Von Tanne aus gibt es einen Rundwanderweg namens „Harzer-Höhenvieh-Pfad“, von dem aus man einen kurzen Abstecher auf den Kapitelberg machen kann. Und wie der Name sagt, gibt es dort Harzer Rotes Höhenvieh, eine alte Nutztierrasse, die im Oberharz immer noch gehalten wird.

Panorama mit Achtermann, Wurmberg und Brocken, im Vordergrund Fichten
Harz-Panorama vom Kapitelberg: Achtermann (2. v. li.), Wurmberg, Brocken (re) und mehr
Aussicht auf eine grüne Weide mit Harzer Höhenvieh
Harzer Rotes Höhenvieh vom Kapitelberg

Wie ein Hundekopf geformter Felsen, im Hintergrund Harzpanorama
Ein versteinerter Hund? Schierker Klippenweg mit grandiosem Blick über den Harz

 

Besonders schön sind auch die vielen Klippen, die manchmal ganz unvermittelt im Wald auftauchen. Manche davon kann man mit Leitern und Treppen erklettern. Von oben schweift der Blick über die Baumwipfel in die weite Landschaft.

 

Meine ersten Harzer Klippen waren die Schnarcherklippen bei Elend. Für meine leichte Höhenangst trotz der Leitern und Geländer eine echte Herausforderung!

 

Eine tolle Aussicht hat man auch von der Wolfswarte zwischen Torfhaus und Altenau und auf dem Schierker Klippenweg. Und natürlich vom Achtermann (wie oben erwähnt), Brocken und Wurmberg. Was ist Ihre Lieblings-Aussicht im Harz? Schreiben Sie sie gerne in die Kommentare!

Alt-Schulenberg: Das versunkene Dorf

Wenn man am Ufer der Okertalsperre steht, deutet nichts darauf hin, dass unter dem Wasserspiegel die Ruinen eines ganzen Dorfs verborgen sind. Nur bei extrem niedrigen Wasserstand kommen die Grundmauern der Häuser zum Vorschein, die vor der Flutung des Tals abgerissen wurden. Das kleine Schulenberg im Weißwassertal fiel 1954 dem Bau der Okertalsperre zum Opfer, die das Harzvorland vor Hochwasser schützen und Niedrigwasser ausgleichen sollte. Am 29. August, einem Sonntag, wanderten die über 200 Einwohner:innen, begleitet von rund 10.000 Gästen und Journalisten aus ganz Europa, in ihre neue Heimat ungefähr 60 Meter über dem Stausee. Dann kam das Wasser.

Schwarzweißfoto eines Dorfs in einem Tal, über das zwei große Brücken führen
Historische Aufnahme von Alt-Schulenberg
Talsperre mit großer Brücke
Das Wasser der Okertalsperre bedeckt die Ruinen von Alt-Schulenberg

Dass bei niedrigem Wasserstand die Kirchturmspitze von Alt-Schulenberg im Wasser zu sehen sein soll und manchmal sogar die Kirchenglocken zu hören seien, muss eine Legende sein, denn es gab dort keinen Kirchturm. Allerdings hat einmal jemand eine Kirchturmspitze nachgebaut und im See verankert. Delfine hat es dort auch eine Zeit lang gegeben: Der Fuß eines Gartentisches, eine Delfinskulptur, wurde auf einem Sockel im See versenkt. Ich habe ab und zu bei niedrigem Wasserstand von der Weißwasserbrücke aus Ausschau gehalten, aber das Wasser war wohl noch zu hoch, und mittlerweile sind sie verschwunden.

Hier geht es zu den bisherigen Folgen des Harz-ABC "Beyond Brocken - Mein Harz von A bis Z".

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Anja (Donnerstag, 17 Juni 2021 23:03)

    Wie witzig! Ich bin im niedersächsischen Harz geboren, aber das mit Alt-Schulenberg wusste ich noch gar nicht :D

  • #2

    Birgit Susemihl (Freitag, 18 Juni 2021 07:34)

    Dann freut es mich besonders, dass ich dir noch etwas Neues über deine Heimat erzählen konnte :-)

  • #3

    Susanne (Freitag, 25 Juni 2021 09:27)

    Das macht richtig Lust auf diese Landschaft!