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Lektorat, Korrektorat und Werbelektorat: Was ist der Unterschied?

Im Vordergrund drei Eier, in passenden Lila- und Beigetönen gefärbt. Dahinter liegt ein Drahtkorb mit etwas Heu, darin und daneben weitere Eier in ähnlichen Farben.
Ähnlich, aber nicht gleich: Lektorat, Korrektorat und Werbelektorat.

Lektorat, Werbelektorat und Korrektorat sind drei Fachbegriffe für Tätigkeitsfelder, die eng miteinander zusammenhängen. Alle drei haben dasselbe Ziel: mit Ihnen gemeinsam das Beste aus Ihrem Text herauszuholen, ihn zu optimieren und ihn so gut wie irgend möglich von Fehlern zu befreien. Trotzdem bedeuten sie nicht genau dasselbe.

 

Um zu verstehen, was eine Lektorin bzw. eine Korrektorin eigentlich genau mit einem Text machen, sehen wir uns die drei Tätigkeiten, ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten einmal genau an.

Das Lektorat

Ein Lektorat bedeutet, dass ein Text gründlich durchgesehen, überprüft und bearbeitet wird. Wichtig ist, dass es nicht von der Person durchgeführt wird, die den Text geschrieben hat, sondern von einer Lektorin oder einem Lektor. Denn als Schreibende*r wird man betriebsblind und bemerkt Fehler oder inhaltlich bzw. stilistisch suboptimale Passagen oft nicht. (Disclaimer: Natürlich sollte man einen Text trotzdem selbst durchgehen und überarbeiten, bevor man ihn ins Lektorat gibt oder ihn veröffentlicht. Nur kann man eine eigene Überarbeitung nicht als Lektorat bezeichnen.)

Beim klassischen Lektorat, zum Beispiel, wenn ein Roman lektoriert wird, stehen Struktur, Inhalt und Ausdruck im Mittelpunkt. Das heißt, es geht um Dinge wie die Reihenfolge von Szenen, um die saubere Einhaltung von Erzählperspektiven, um den sprachlichen Ausdruck, um die Logik und Nachvollziehbarkeit und um den Stil.

Die Lektorin ist sozusagen die erste Leserin, und zwar eine mit professionellem Hintergrund. Ein Lektorat ist für eine*n Autor*in sehr wichtig und wertvoll. Es zeigt Punkte auf, an denen ein Logik-Fehler passiert ist. Es überprüft, ob der Aufbau der Handlung (oder der Argumentation eines Sach- oder Fachbuchs) logisch und nachvollziehbar ist.

Das kann bis in kleine Details gehen. Ist es in der Geschichte gerade Nacht oder Tag? Ist eine bestimmte Figur gerade im Raum oder vor der Tür? Und: Geht eine Tür nach innen oder nach außen auf? (Von Türen und ihrem Anschlag kann ich seit der Lektoratsphase für meinen Jugendfantasy-Roman „Weltenfäden“ ein Lied singen …)

Sonderform Werbelektorat

Werbelektorat ist eigentlich ganz einfach ein Lektorat für PR-, Presse- und Werbetexte. Hier bekommt man es als Lektorin also im Normalfall nicht mit Romanhandlungen, Figuren und Erzählperspektiven zu tun. Dafür ist die gewünschte Wirkung auf die Lesenden häufig direkter und muss auf andere Weise bedacht werden: Soll der Text die Bekanntheit vergrößern, Vertrauen schaffen, soll die Zielgruppe etwas kaufen, etwas kostenlos abonnieren oder auf einen Link klicken? Ist das ausreichend klar?

Aber natürlich geht es auch im Werbelektorat um den Aufbau eines Textes, den Spannungsbogen, die Logik und den Stil. Und da Storytelling in der Unternehmenskommunikation eine große Rolle spielt, ist der Unterschied manchmal (abgesehen von der Textlänge) gar nicht so riesig.

Trifft der Text die Markenstimme des Unternehmens und hält er sie durch? Dieser Punkt ist dem Überprüfen der Erzählperspektive gar nicht so unähnlich. Ist er in einer Sprache geschrieben, mit der die Zielgruppe etwas anfangen kann? Auch das ist eine Parallele zum literarischen Lektorat: Ein Jugendbuch verwendet eine andere Sprache und Wortwahl als ein historischer Roman. So ähnlich wie ein Werbetext für eine jugendliche Zielgruppe anders sein muss als beispielsweise für Senior*innen.

Andere wichtige Punkte im Werbelektorat können zum Beispiel das konsequente Durchhalten der Anrede sein – wird die Zielgruppe gesiezt oder geduzt? Sind zu viele unverständliche Fremdwörter da, die den Text unnötig kompliziert machen? Wie ist die Satzstruktur? Der Rhythmus? Werden Metaphern sinnvoll durchgehalten oder zwischendurch gebrochen?

Das Korrektorat

Schreibpapier, Stift, 2 Astern. Text: „Sie möchten mehr Artikel wie diesen lesen? Mit meinem Newsletter flattern sie jeden Monat in Ihren Posteingang. SchreibSchriften. Der Newsletter rund um PR, Sprache und Schreiben. Mehr erfahren über SchreibSchriften"

Das Korrektorat konzentriert sich ganz auf die sprachliche Korrektheit eines Textes. Dazu gehört die Rechtschreibung, außerdem Grammatik und natürlich deren Teilbereich Zeichensetzung. Häufig lässt sich das nicht komplett losgelöst vom Inhalt betrachten, denn auch wenn es klare Regeln für Rechtschreibung und Grammatik gibt, benötigt man doch oft den Kontext, um zu entscheiden, welche Regel hier greift.

 

Es geht darum, ob die Sätze vollständig sind, ob die Bezüge richtig und eindeutig erkennbar sind, ob Leerschritte an den richtigen Stellen sind und, bei schon gesetzten Texten, ob die typografischen Regeln eingehalten wurden, also zum Beispiel die richtigen Anführungszeichen verwendet sind.

Der Unterschied zwischen Lektorat und Korrektorat

Zusammenfassend kann man sagen, dass Lektorat (egal, ob für Literatur oder PR-Texte) und Korrektorat ihr Augenmerk auf ganz unterschiedliche Dinge legen, um Ihren Text zu optimieren. Während es beim Korrektorat ausschließlich um das Korrigieren von Rechtschreib- und Grammatikfehlern geht, beschäftigt sich jedes Lektorat mit dem Inhalt, der Struktur und der Folgerichtigkeit eines Textes. Es ist also deutlich aufwändiger und erfordert eine intensivere Beschäftigung damit. Das erklärt auch, warum der Normseitenpreis beim Lektorat durch die Bank höher ist als beim Korrektorat.

Es ist ein bisschen wie im Deutschunterricht: Das Korrektorat kümmert sich um die Fehler, die Lehrer*innen, als wir noch zur Schule gingen, mit „f“ für „falsch“ oder „G“ für „Grammatik“ oder einem korrigierten Satzzeichen gekennzeichnet haben. Das Lektorat dagegen ist für die Fehler zuständig, die mit „I“ („Inhalt“)der „A“ („Ausdruck“) markiert wurden. Und für die gefürchtete Anmerkung „Thema verfehlt“. In einem Diktat (wo der Text ja feststeht) wird also nur ein Korrektorat gemacht, ein Aufsatz erfordert Korrektorat und Lektorat (und korrigiert sich deshalb ungleich aufwändiger, wie ich als Lehrerkind schon vor meiner Einschulung mitbekam 😉 .

Vereinfacht gesagt, würde das Korrektorat also nicht so stark in den Aufbau eines Textes eingreifen, sondern eher einzelne, konkrete Fehler korrigieren. Aber keine Angst: Auch ein Lektorat verändert Ihren Text nicht so, dass Sie ihn nicht wiedererkennen! Lektor*innen und Korrektor*innen machen Vorschläge - die Entscheidung bleibt immer bei Ihnen.

Bei Büchern, egal ob Romane, Sach- oder Fachbüchern, und anderen längeren Texten sollten das Lektorat und das Korrektorat immer von zwei verschiedenen Personen durchgeführt werden. Denn nach mehreren Durchgängen im Lektorat ist die Lektorin ähnlich betriebsblind wie die Autorin! Eine Korrektorin, die das Manuskript zum ersten Mal sieht, wird die Fehler deutlich zuverlässiger entdecken.

Wie ich Ihnen helfen kann, Ihren Text zu optimieren

Werbelektorat

Im Bereich Lektorat biete ich Ihnen ein Werbelektorat für Ihre PR-, Presse- und Werbetexte an. In meinem Werbelektorat ist das Korrektorat mit eingeschlossen und ins Angebot, das ich Ihnen bei einer Anfrage ganz individuell mache, eingerechnet. 

Website-Check

Speziell für Ihre Web-Texte biete ich den Website-Check an: ein Lektorat für Webseiten. Denn gerade hier schleichen sich oft Fehler ein, und es ist meist nicht genug Zeit vorhanden, um sie regelmäßig in Ruhe durchzusehen. Das nehme ich Ihnen gerne ab!

Korrektorat

Natürlich können Sie bei mir auch ein reines Korrektorat buchen. Ich biete es sowohl für PR- und Werbetexte als auch für Bücher an. 

Geht es Ihnen um ein Lektorat für Ihren Roman, Ihr Sach- oder Fachbuch? Hier entscheide ich von Fall zu Fall ganz individuell, ob ich Ihren Auftrag annehmen kann. Schreiben Sie mir gerne eine Mail, dann finden wir heraus, ob ich Ihnen selbst helfen kann. Oder ich empfehle Ihnen eine Kollegin aus meinem Netzwerk, die auf Ihr Genre spezialisiert ist.

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